Heimat-Kino

Heimat-Kino

Dienstag, 3. November um 18.30 Uhr im JAC Kino in Attendorn (nicht am 9. November, wie in einigen Medien angekündigt!)

In Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum und dem KreislandFrauenverband Olpe zeigt der Kreisheimatbund Olpe in seiner Reihe „HEIMAT-KINO“ zwei aktuelle Filme zur Situation von Frauen in der Landwirtschaft und lädt im Anschluss ein zum Gespräch.

Das Dorf Utopia
Kurzfilm (Dokumentation) des LWL-Medienzentrums, 2026, 28 Minuten

Der Film nimmt die Aussiedlung von Höfen in den 1960er Jahren in Brilon in den Blick. Grundlage sind Bildmaterial aus einer WDR-Doku von 1961 und Gespräche mit zwei damals betroffenen Landwirtinnen, die 60 Jahre später über ihre persönlichen Erinnerungen sprechen. Ihre persönlichen Erfahrungen verbinden sich mit historischen Bildern und aktuellen Aufnahmen zu einem Porträt vom Wandel der Landwirtschaft - und mit der Frage, was von der Vision geblieben ist.

Milch ins Feuer
Spielfilm, Regie Justine Bauer, 2024, 78 Minuten

Der preisgekrönte Debütfilm von Regisseurin Justine Bauer erzählt ausschließlich aus weiblicher Perspektive, wie das moderne Leben junger Frauen auf dem Land aussieht. Im Zentrum der Geschichte steht Katinka (gespielt von Karolin Nothacker), eine junge Frau, die gerne den Bauernhof ihrer Familie weiterführen würde, aber nicht darf, denn der Hof geht an ihren großen Bruder. Viele Rollen sind mit Laiendarstellerinnen aus der Region besetzt, die den hohenlohischen Dialekt sprechen. Dadurch bekommt der Film eine fast schon dokumentarische Authentizität.  Ein authentischer Film über echte Frauen vom Land. Ungeschminkt, unverblümt und unmissverständlich selbstbewusst.  (Südwestrundfunk)

Die Mitglieder der Kreisheimatbundes Olpe und alle Kinogäste, die an diesem Abend Mitglied werden sowie die Mitglieder der KreislandFrauenverbandes Olpe haben freien Eintritt, wenn Sie die Plätze bis spätestens 30. Oktober direkt über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. reservieren.

Alle anderen können die Tickets zum Preis von 9 EUR über die Website des Kinos www.jac-kino.de buchen.

 

 

Biografische Zeugnisse in der Heimatgeschichte -                                                                                                                                   Lesung und Gespräch mit dem Autor und ZEIT-Redakteur Henning Sußebach

Biografische Zeugnisse in der Heimatgeschichte - Lesung und Gespräch mit dem Autor und ZEIT-Redakteur Henning Sußebach

Samstag, 21. November 2026, 14.30 bis ca. 16.30 Uhr  Herbstveranstaltung der Kreisheimatpflegerin im Festsaal der Hohen Bracht

Mit seinem Buch „Anna – oder: Was von einem Leben bleibt“ hat Henning Sußebach seinen Leserinnen und Lesern einen ganz besonderen Zugang zum Alltagsleben der Menschen in einem sauerländischen Dorf eröffnet. Im Mittelpunkt steht die Geschichte seiner Urgroßmutter, die als junge Lehrerin 1887 nach Cobbenrode kommt. Der Autor (mit familiären Beziehungen zu Olpe) liest aus seinem Buch, das es 2025 mit einer einfühlsamen Beschreibung eines ungewöhnlichen Frauenlebens im Sauerland auf Platz eins der Bestsellerlisten geschafft hat. Im Anschluss an die Lesung ist Zeit für Fragen und für einen Austausch zu den Möglichkeiten und Grenzen biografischer Arbeit.

Um gut planen zu können, bitten wir um Anmeldung bis 19. November über
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder telefonisch unter 02721-840335.

© C.H.Beck Foto Vera Tammen

 

 

Arbeitskreis Familienforschung

Arbeitskreis Familienforschung

Der Arbeitskreis Familienforschung im Kreisheimatbund trifft sich am Montag, 9. November 2026 um 17.00 Uhr im Alten Lyzeum in Olpe, Franziskanerstr. 8.
Interessierte Gäste sind herzlich willkommen!
Kontakt: Astrid Stahl, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Foto: Sigrid Mynar

 

 

Wettbewerb "Heimat lebt!"- Jetzt bewerben!

Wettbewerb "Heimat lebt!"- Jetzt bewerben!

Die Preisträger und Laudatoren des diesjährigen Wettbewerbs „Heimat lebt!“ (vlnr): Laudator Uli Selter, Familie Dettenberg (Vater, Mutter und Bruder) in Vertretung der 2. Preisträgerin Lorena Dettenberg, Laudator Sebastian Luke, Tammo Fuchs, Koordinator „Heimat lebt!“, Laudatorin Birgit Haberhauer-Kuschel, KHB-Vorsitzender Christoph Henrichs; vorne: die Klassensprecher der letztjährigen Klassen 3 a und 3 b (jetzt Klasse 4) der St. Nikolaus-Grundschule Grevenbrück mit ihrer Lehrerin Helena Kouril, 1. Preisträgerin Nicole Fischer. (Foto: Martin Kuschel)

Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler und Studierende, die sich im Rahmen ihrer Projekt-, Fach-  oder Abschlussarbeiten mit Themen aus dem Kreis Olpe befassen.
Einsendeschluss für Teilnehmende aus den Grundschulen (klassenbezogene Projektarbeiten): 31. März 2027
Einsendeschluss für Teilnehmende aus weiterführenden Schulen und Hochschulen: 30. Juni 2027

Weitere Informationen 

Kontakt und Einreichen von Arbeiten (digital): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Foto: Die PreisträgerInnen und LaudatorInnen 2026

  

 

Verjüngung gelungen - Jahresmitgliederversammlung Kreisheimatbund Olpe e.V. 2026

Verjüngung gelungen - Jahresmitgliederversammlung Kreisheimatbund Olpe e.V. 2026

Der neue Vorstand des KHB, Stand 5. Oktober 2026 (vlnr): Beisitzerin Dr. Roswitha Kirsch-Stracke, neu gewählter 2. Vorsitzende Sebastian Luke, neu gewählte Beisitzerin Lioba Engemann, Beisitzer Dr. Stephan Schlösser, neu gewählter Beisitzer Frederik Siebert, bisher 2., nun 1. Vorsitzende Christoph Henrichs, Schatzmeisterin Heike Kaufmann, Beisitzer Uli Selter, Beisitzer Tammo Fuchs, Beisitzer Kraft Amtes Kreisarchivar Jörg E. Behrendt, Beisitzerin Birgit Haberhauer-Kuschel, Geschäftsführerin und Kreisheimatpflegerin Susanne Falk. (Foto: Astrid Stahl)

Am 5. Oktober fand im Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland in Olpe die Jahresmitgliederversammlung des Kreisheimatbundes statt. Zunächst wurden Einblicke in Gebäude und Arbeit des Forstamtes geboten, anschließend die Sieger des Wettbewerbs „Heimat lebt!“ ausgezeichnet und schließlich die formelle JMV mit einem deutlich verjüngten Vorstand beendet.

Forstamtschef Marlon Ohms erläuterte den 65 Teilnehmern einige Prinzipien des Neubaus: Heimische Baustoffe wie Schiefer und Holz wurden sichtbar verbaut, geheizt wird mit Holzhackschnitzeln. 90 Mitarbeitende kümmern sich um den Wald im Forstamtsbereich, darunter 30 Auszubildende. Auf rund 14.500 Hektar landeseigenen Wald („Staatswald“) wird in 8 Forstbetriebsbezirken eine naturnahe und an gesellschaftlichen Interessen ausgerichtete Bewirtschaftung umgesetzt. In 17 Forstbetriebsbezirken werden zudem 20 forstliche Zusammenschlüsse mit einer Mitgliedsfläche von fast 16.000 Hektar betreut.

Anschließend zeichnete der Kreisheimatbund die drei Gewinner des Wettbewerbs „Heimat lebt!“ aus. Die Klassen 3a und 3b (mittlerweile Klasse 4) der St. Nikolaus-Grundschule in Grevenbrück siegten mit ihrer Gruppenarbeit „Karten und Orientierung – Unsere Schulumgebung". Lehrkraft Helena Kouril formulierte: „Ziel der Reihe ist es, Schülerinnen und Schülern einen handlungsorientierten Zugang zu ihrer unmittelbaren Lebenswelt zu ermöglichen.“ Damit trifft sie, so Laudator Uli Selter, ein Kernanliegen des KHBs.

Die zwei ausgezeichneten Studienarbeiten wurden am Fachbereich Architektur der Universität Siegen erstellt. Den 2. Preis erreichte Lorena Dettenberg aus Hofolpe mit ihrer Masterarbeit „Live.Learn.Connect – ein Ort der generationenübergreifenden Angebote“. Die Preisträgerin entwickelte durch Umstrukturierung der Kirchhundemer Sekundarschule ein Generationenzentrum. Der 1. Preis ging an Nicole Fischer aus Attendorn für ihre Masterarbeit „Urban Agencies – Zukunftsquartier am Wassertor“. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der sog. Hoesch-Hallen zu einem Quartier, in dem Wohnraum geschaffen, Flächen entsiegelt und neugestaltet sowie Räume für die Gemeinschaft geschaffen werden. Sebastian Luke und Birgit Haberhauer-Kuschel betonten in ihren Laudationen, wie überzeugend die Preisträgerinnen die Bedürfnisse einer sich wandelnden Gesellschaft mit den Prinzipien des nachhaltigen Bauens verbinden.

In der formellen Jahresmitgliederversammlung erläuterte der 2. Vorsitzende den aus gesundheitlichen Gründen notwendigen Wechsel im Redaktionsteam der Zeitschrift „Südsauerland“. Derzeit arbeitet eine Interims-Redaktion. Auch die Druckerei wird gewechselt: Da Frey seinen Betrieb einstellt, wird demnächst bei Zimmer in Finnentrop gedruckt.

Weitere Erläuterungen gab Henrichs zur Initiative Biologische Station Kreis Olpe, die nach vielen Jahren des Ringens Wirklichkeit werden soll. Der KHB Olpe ist im gegründeten „Trägerverein Biologische Station im Kreis Olpe e.V.“ neben NaBu und BUND das dritte Kernmitglied. Forstamtschef Ohms wies auf die gute Zusammenarbeit zwischen seinem Haus und der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein hin.

Nach den Berichten von Schatzmeisterin Heike Kaufmann und Kassenprüfer Michael Beckmann und der Entlastung des Vorstands standen mehrere Wahlen an.

Der gesamte Vorstand schlug den bisherigen 2. Vorsitzenden für das seit zwei Jahren vakante Amt des 1. Vorsitzenden vor. Christoph Henrichs, seit 2000 Mitglied im Vorstand, zeigte sich zur Kandidatur bereit, um damit den Platz für einen jüngeren 2. Vorsitzenden freizumachen. „Ich verstehe meine Kandidatur als Übergang, als Beitrag dazu, den Vorstand zu stabilisieren und weiterzuentwickeln.“ Die Versammlung wählte Henrichs einstimmig für zwei Jahre zum 1. Vorsitzenden.

Für die Wahl des 2. Vorsitzenden schlug der Vorstand den Attendorner Sebastian Luke vor. Der studierte Archäologe wird ab 1. Januar 2027 die Leitung von Südsauerlandmuseum und Museum Wendener Hütte übernehmen. Die Arbeit des KHB hat er über das vor zwei Jahren gestartete Projekt „Next Generation“ kennengelernt. Einstimmig wurde Sebastian Luke zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Für die zwei vakanten Plätze als Beisitzer wurden vom Vorstand Frederik Siebert und Lioba Engemann vorgeschlagen. Frederik Siebert, gebürtig aus Schönholthausen, hat mit seinem Instagram-Projekt „Damals in Lennestadt“ ein erfolgreiches Online-Format angestoßen. Er ist ebenfalls im Projekt „Next Generation“ engagiert. Lioba Engemann aus Altenhundem ist Landschaftsplanerin und arbeitet im Dezernat Ländliche Entwicklung, Bodenordnung der Bezirksregierung, Standort Siegen. Bereits vor 15 Jahren ist sie zum KHB gekommen. Engemann ist Mitglied im gerade gegründeten Trägerverein für eine Biologische Station. Frederik Siebert und Lioba Engemann wurden einstimmig gewählt.

Lorenz Lüke-Sellhorst, Einsiedelei, ist neuer Kassenprüfer.

Zum Ausblick auf das neue Arbeitsjahr gehörten Informationen zum Beirat, dessen Mitglieder der Vorstand beruft. Bisher gehören ihm an: Andrea Arens (Olpe), Antonius Klein (Altenwenden), Kerstin Prutti (Grevenbrück), Josef Rave (Neu-Listernohl). Neu hinzu kommen Astrid Stahl (Hünsborn), die den AK Familienforschung leitet, sowie Martin Stanm (Ostentrop), der mit seinem Instagram-Kanal „Finnentrop damals und heute“ erfolgreich Heimatarbeit betreibt.

Jahresthema 2027 und damit Schwerpunkt der Zeitschrift Südsauerland ist der „Landschaftswandel“. Interessierte sind eingeladen, Veränderungen von Siedlung und Landschaft in Text und Bild zu thematisieren. Zum Jahresthema passt eine Initiative von Andreas Emmerling-Skala aus Altenhundem: Er hat eine Reihe zum Naturerbe im Kreis Olpe initiiert.

Die JMV endete mit Einladungen zum „Heimat-Kino“ am 3. November im JAK Kino Attendorn sowie zur „Veranstaltung der Kreisheimatpflegerin“ auf der Hohen Bracht am 21. November.

 

 

 

Kreisheimatbund Olpe beim Erntedankfest auf Hof Belke in Milstenau

Kreisheimatbund Olpe beim Erntedankfest auf Hof Belke in Milstenau

Am 27. September 2026 fand auf Hof Belke (www.hof-belke.com ), einer zertifizierten Einrichtung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE; www.bne.nrw ), das diesjährige Erntedankfest statt. Zu den zahlreichen Akteurinnen und Akteuren aus der Region gehörte auch der Kreisheimatbund Olpe. Angereist wurde mit einem historischen Traktorgespann aus dem Jahr 1966, dessen Anhänger als Bücherstand diente.

Vor allem die angebotenen Schriften rund um die Landwirtschaft im Kreis Olpe stießen bei den zahlreichen Gästen auf Interesse, etwa eine Darstellung der Aussiedlerhöfe der 1960er-Jahre oder die „Heimatstimmen“ aus dem Jahr 2018 mit ihren Beiträgen zum damaligen Jahresthema „Südsauerland schmeckt!“. Interessierte können die genannten Veröffentlichungen im Kreisarchiv erwerben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. .

Der Kreisheimatbund Olpe unterstützt das Netzwerk „außerschulische Bildung und BNE im Kreis Olpe“ und bringt sich künftig aktiv in die Weiterentwicklung regionaler Bildungsangebote ein.

 

 

Bau Kunst Boden Denkmäler im Kreis Olpe  – Für Heimat-Interessierte und EigentümerInnen denkmalgeschützter Bauten.

Bau Kunst Boden Denkmäler im Kreis Olpe – Für Heimat-Interessierte und EigentümerInnen denkmalgeschützter Bauten.

Von der Jugendstil-Fabrikantenvilla über den historischen Industriekomplex und vom ortsbildprägenden Fachwerkhaus bis zum uralten Hohlweg: Sämtliche Denkmäler, die der Kreis Olpe zu bieten hat, finden sich in dem neuen Buch "Bau | Kunst | Boden Denkmäler im Kreis Olpe“ wieder. "Ein Muss im Grunde für jeden, der sich mit Heimat auseinandersetzt“, resümierte Landrat Theo Melcher. Es ist ein Gemeinschaftswerk von Kreisheimatbund Olpe e.V. und Kreis Olpe. Verfasserin Andrea Arens, Kunsthistorikerin und Vorsitzende des Kreisheimatbundes, hatte die von Kunsthistoriker Dr. Ulrich Schäfer einst begonnene Arbeit mit großem Engagement fortgeführt. Umfangreiche redaktionelle und fachkundige Unterstützung leistete Kreisarchivar Jörg Endris Behrendt. Zusätzlich bereichern zahlreiche Textbeiträge von Fachleuten aus der Region das Buch. Die grafische Gestaltung übernahm Ina Halbfas und die Aufbereitung der Karten Antonius Klein vom Kreisheimatbund.  

Jedes der knapp 700 Denkmäler im Buch wird mit seinen Besonderheiten beschrieben, mit mindestens einem Foto bebildert und auf einer Karte der jeweiligen Stadt oder Gemeinde verortet. Ergänzt wird das Werk durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis, ein Glossar mit Fachbegriffen und ein Künstlerverzeichnis. Dieses erlaubt erstmals eine gute Übersicht über das Wirken bekannter Künstler, Handwerker und Architekten, deren Werke die Region geprägt haben.  

Das Buch "Bau | Kunst | Boden Denkmäler im Kreis Olpe“ ist ab sofort in den Buchhandlungen im Kreis Olpe sowie über die "Schriftenreihe des Kreises Olpe“ im Kreisarchiv im Kreishaus Olpe, Westfälische Str. 75, 02761-81593 zum Preis von 40 Euro erhältlich. Die ISSN lautet 0177-8153. 

 

 

Aufstehen und nicht vergessen. Erinnerungsarbeit zu den Opfern des Nationalsozialismus im Kreis Olpe

Aufstehen und nicht vergessen. Erinnerungsarbeit zu den Opfern des Nationalsozialismus im Kreis Olpe

Rückblick

„Aufstehen und nicht vergessen!“ Mit diesem Appell hatte Kreisheimatpflegerin Susanne Falk zur diesjährigen Herbstveranstaltung am 22. November 2025 auf die Hohe Bracht geladen, um die Aufmerksamkeit auf einen zentralen Aspekt zeitgemäßer Heimatarbeit zu lenken: Zu Gast waren die Erinnerungsinitiativen „Jüdisch in Attendorn“, „Jüdisches Erbe in Olpe“ und die „Erinnerungsinitiative Opfer des Nationalsozialismus Drolshagen“. Sie alle sind den örtlichen Heimatvereinen angeschlossen.

Tom Kleine und Wolfgang Dröpper handeln in Attendorn nach dem Motto „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn niemand mehr seinen Namen kennt!“ Regelmäßig finden Führungen vor allem mit Schul- und Jugendgruppen statt, die an die Orte jüdischen Lebens in Attendorn erinnern: Allein vier Kaufhäuser, eine Metzgerei und eine große Blechwarenfabrik wurden von jüdischen Familien in Attendorn betrieben. Die Reinigung der Stolpersteine und die Pflege des Jüdischen Friedhofs sind Tagesgeschäft für die Initiative, dazu kommen Lesungen, Konzerte, Straßen- und Platzbenennungen. Im Rahmen des Projektes "Shalom Attendorn 2018" entstand der 10 Kilometer lange erste jüdische Themen-Wanderweg in Deutschland. Er wurde in Erinnerung an Julius Ursell konzipiert, der bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 als Kassierer und Wegewart im SGV für die Auszeichnung der Wanderwege in Attendorn verantwortlich war.

Sebastian Luke stellte die noch junge Initiative „Aufgestanden – Jüdisches Erbe in Olpe“ vor. Erst 2024 gegründet, möchte die Initiative mit dem Künstler Gunter Demnig 14 Stolpersteine in Olpe verlegen. 2026 soll eine Gedenkstele errichtet werden. Mit einer externen Künstlergruppe wurde die Schulveranstaltung „Ich wandere durch Theresienstadt“ aufgeführt. Veröffentlichungen im Jahrbuch des Heimatvereins Olpe sind fester Bestandteil der Erinnerungsarbeit.

Für die 2017 gegründete Erinnerungsinitiative „Opfer des Nationalsozialismus in Drolshagen“ sprachen Dr. Heinz Stachelscheid und Regina Stahlhacke-Schmand. 77 Frauen, die im ehemaligen Gerhardus-Krankenhaus lebten, wurden von den Nationalsozialisten am 9. April 1943 deportiert und die meisten ermordet. Heute erinnern in Drolshagen zwei Gedenktafeln an diese Verbrechen. Im Andenken an die Opfer ging die Erinnerungsinitiative noch einmal den Weg von Gerhardusheim zum ehemaligen Drolshagener Bahnhof. Auch Fahrten zu den Gedenkstätten für Euthanasieopfer in Warstein und Hadamar gehören zur Erinnerungsarbeit.

Unter den rd. 60 Gästen der Veranstaltung waren Mitglieder zahlreicher weiterer Initiativen: Doris Kennemann vom Heimatbund Finnentrop berichtete über die Stolperstein-Verlegungen in der Gemeinde Finnentrop.

Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Hundem-Lenne gehen jährlich in Erinnerung an die Reichspogromnacht mit ihrer Geschichtslehrerin Ursula Homborg in die Dörfer von Lennestadt und Kirchhundem, um die dort verlegten Stolpersteine zu säubern. Jochen Pfeiffer hatte vor Jahren zusammen mit der Lennestädter Gruppe von Amnesty International die Verlegung der Stolpersteine in Lennestadt initiiert. Engelbert Prevorcic aus Hachen berichtete für die AG "Es TUT sich WAS", die unter anderem am Sowjetischen Ehrenfriedhof in Maumke an die  Zwangsarbeiter im Meggener Bergbau erinnert.

Antonius Klein aus Schönau-Altenwenden ist 2018mit Firmlingsgruppen nach Auschwitz gefahren. Jeder Mitfahrende bekam zuvor den Namen eines dort umgebrachten jungen Menschen zugeteilt, um sich dann vor Ort auf Spurensuche zu begeben. Eindringlich forderte Klein dazu auf, „dass wir das, was dort passiert ist, persönlich nehmen!“

Beim regen Austausch kamen zahlreiche weitere Aktivitäten zur Sprache, aber es wurde auch deutlich, wie groß nach wie vor die Wissenslücken sind. So zeigte beispielsweise Ulrich Rauchheld aus Bilstein kürzlich in der Zeitschrift des Kreisheimatbundes Olpe „Südsauerland“ (Folge 299) auf, dass auch in der Tötungsanstalt Eichberg bei Eltville am Rhein zahlreiche Menschen aus dem Kreis Olpe zwangssterilisiert und getötet wurden.

Susanne Falk verwies abschließend auf die Schriftenreihe „Jüdisches Leben im Kreis Olpe“, in der bereits fünf Bände erschienen sind. Auch mehrere Bände der „Schriftenreihe des Kreises Olpe“ haben den Nationalsozialismus, seine Verbrechen und Opfer zum Thema (https://www.kreisheimatbund-olpe.de/index.php/veroeffentlichungen#schriften). Beide Schriftenreihen sind im Kreisarchiv Olpe zu beziehen bzw. einzusehen.

Weiterhin machen zahlreiche Artikel in „Südsauerland – Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe“ https://www.kreisheimatbund-olpe.de/index.php/veroeffentlichungen#heimat) einerseits Einzelschicksale sichtbar, aber ebenso den noch immer bestehenden großen Forschungsbedarf. (Dr. Roswitha Kirsch-Stracke)

 Foto: Erinnern und nicht vergessen, z. B. an die Pogromnacht in Attendorn am 10.11.1938: In der Wasserstraße wird die jüdische Familie Cohn abgeführt., Stadtarchiv Attendorn

 

 

 

 

Jahres Mitgliederversammlung Kreisheimatbund Olpe e.V. am 7. Oktober 2025  im Pavillon der Dorfgemeinschaft Freiheit Bilstein e.V.

Jahres Mitgliederversammlung Kreisheimatbund Olpe e.V. am 7. Oktober 2025 im Pavillon der Dorfgemeinschaft Freiheit Bilstein e.V.

Rückblick

Der Pavillon der Dorfgemeinschaft in Brills Garten war gut gefüllt, als Christoph Henrichs, Zweiter Vorsitzender des KHB Olpe, Mitglieder und zahlreiche Gäste begrüßte. Zunächst präsentierte Uli Rauchheld kenntnisreich und humorvoll die spannende Entwicklung von Dorf und Freiheit Bilstein. Er kombinierte die Herrschafts- und Siedlungsgeschichte mit dem Alltag der Dorfbewohner, gab dazu Einblicke in die Wirtschafts- und Vereinsgeschichte und – Bilsteiner Besonderheit – den Tourismus, dies alles verbunden mit zahlreichen biografischen Informationen. Eine Vielzahl historischer Fotos illustrierte den abwechslungsreichen Gang durch die Geschichte und animierte wohl manchen Zuhörer, eine ähnlich lebendige Präsentation für den eigenen Heimatort zu versuchen.

In der anschließenden formellen Jahresmitgliedersammlung warf der Vorstand einen Blick auf das vergangene Jahr und die aktuelle Arbeit: So bietet der Kreisheimatbund derzeit mit seinem Jahresthema „Heimat machen – lokale Projekte, Initiativen, Vereine“ allen Interessierten eine Möglichkeit, ihre Arbeit in seiner vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift „Südsauerland“ vorzustellen.

Mit seiner neuen Initiative „Mein Ding!“ hat der Kreisheimatbund ein Format geschaffen, bei dem sich junge Menschen unterschiedlicher Disziplinen mit Interesse an der Heimatarbeit vernetzen. Nach einer ersten Veranstaltung in Oberhundem findet am Wochenende das zweite Treffen am Heinsberger Tunnel statt. Auch die Präsenz des KHB Olpe auf social media wurde ausgebaut: Er ist nun bei Instagram zu finden.

Nach den üblichen Regularien, bei denen Dr. Stephan Schlösser aus Drolshagen für eine weitere Amtszeit als Beisitzer und Manfred Graf als zweiter Kassenprüfer gewählt wurden, gab Kreisheimatpflegerin Susanne Falk einen Ausblick auf das kommende Arbeitsjahr.

 Foto: 700-Jahrfeier in Bilstein 1925 (Uli Rauchheld)

 

 

 

"Und weißt Du wohl, wie Liebe tut?"                                                                                                                  Herbstveranstaltung der Kreisheimatpflegerin

"Und weißt Du wohl, wie Liebe tut?" Herbstveranstaltung der Kreisheimatpflegerin

Rückblick

Vortrag und Gespräch mit dem Publizisten und Autor Peter Bürger
"Und weißt Du wohl, wie Liebe tut?"
Ein Blick auf die Alltags- und Sozialschichte der Region am Beispiel der Liebesgedichte sauerländischer Dichterinnen und Dichter

Am 23. November 2024 stellte Peter Bürger, der profunde Kenner, Herausgeber und Erforscher sauerländischer Literatur, im Festsaal der Hohen Bracht mundartlche Liebesgedichte sauerländischer Autorinnen und Autoren aus sieben Jahrhunderten vor. Die ältesten bekannten Verse reichen zurück bis in 14. Jahrhundert, als im Sauerland eine Übersetzung des 'Hohelieds der Liebe' nach dem Alten Testament entstand. Im 19. und 20. Jahrhundert waren es vor allem Angehörige des Bürgertums, die Liebesgedichte verfassten. Und obwohl Predigt und Beichtstuhl im strengen Katholizismus des 19. und bis ins 20. Jahrhundert bei den Menschen für Höllenangst bezüglich Eros und Sexualität sorgten, meldet sich in den Dichtungen der Landschaft beharrlich eine andere Botschaft zu Wort, voller Poesie und Glücksverlangen: "Und weißt du woh,wie Liebe tut? Es ist als wenn man heimwärts geht …". Er gab dabei Einblicke in eine Liebeslyrik, die man der ländlichen Region wohl kaum zugetraut hätte und die sehr anschaulich von den sozialen Verhältnissen und vom Zusammenleben von Männern und Frauen in vergangenen Zeiten erzählt. 

Das Buch zum Thema ist im Woll-Verlag erschienen:
Feyhundert Muaren Hiemmelblo. Südwestfälische Mundartgedichte über Begehren, Liebe und Herzensnot ausgewählt und eingeleitet von Peter Bürger.

Foto: Die sauerländische Dichterin Christine Koch (1869 -1951) und ihr Mann Wilhelm. 
Peter Bürger, Sauerländer Mundartarchiv

 

 

 

 

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